LeipJAZZig-Herbst 2019 - MAUER::LIFTING und R.NEN

Schille - Theater

09. November 2019 20:00 Uhr

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MAUER::LIFTING

Vor mehr als 30 Jahren packte Carstensen in Bremerhaven sein Saxophon ein und fuhr nach Leipzig: so begann in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre eine fruchtbare Zusammenarbeit in wechselnden Projekten, Besetzungen und in immer neuen Aufführungspraktiken. Mit dem aktuellen Programm MAUER::LIFTING können die Künstler auf Spielerfahrungen zurückgreifen, die in einer Zeit wurzeln, als ein Keller am Dittrichring in Leipzig noch Treffpunkt für Enthusiasten der improvisierten Musik war. Dieser Hintergrund enthält zugleich einen Verweis auf den künstlerischen und geistigen Umgang mit Grenzen, die aus ideologischen und politischen Gründen gezogen werden und damit jeden Kommunikationsversuch unter Kontrolldruck stellen. Die Künstler waren und sind sich einig in der Behauptung eines Artikulationsraumes, in welchem sie ihr musikalisches, sprachliches und visuelles Material in verabredeten Versuchsanordnungen interagieren lassen. Das opulente rhythmische Feld des Wavedrum Dix wird durchzogen vom Part Carstensens, der Zitate moderner Kommunikations-instrumente wie Schallwandler einbringt und mit historischen Instrumenten klangästhetisch den Beginn elektroakustischer Signalübermittlung einbezieht. Diese beiden Klangräume korrespondieren mit Texturen und Gedichten von Radjo Monk, dem Mauern als thematische Projektionsflächen für künstlerische Prozesse dienen. Am bedeutungsgesättigten 9. November findet das Trio zu einem imaginären MAUER::LIFTING zusammen, um anspielungsreich durch die Zeit zu treiben: Zeiten, in deren Wirkströme sich jeder auf seine Weise gestellt weiß, die das kollektive Gedächtnis und die eigene Biographie geprägt haben, und somit auch die "private myths", die vom künstlerischen Material nicht zu trennen sind.

 

Radjo Monk –Texte, Stimme, Videosequenzen

Jens Carstensen – Saxophon, elektroakustische Schallwandler

Wolfram Dix – Schlagzeug, Perkussion, Klangkreationen

Oliver Kurth  Audio-Effekte, visuelle Effekte

 

Fotos: Jörg Singer, Sergey Sivushkin

 

Nach der Pause, ca. 21 Uhr:

 

R.NEN

Dem Prinzip der Verbindung der Musikernamen Reinhardt / Noack / Eckardt / Noll für die Formulierung des Bandnamens folgt die Formung des musikalischen Materials, das beim Musizieren von den vier Solisten angewandt wird: FUSION - Verweben, Verschmelzen der Klänge und Melodien. Die entstehende improvisierte Musik ist ein dynamisches energiegeladenes Gebilde mit musikalischen Anteilen unterschiedlichster Herkunft:

FREE BEAT.

Mit den Instrumenten der beiden "Front-Männer" Bassklarinette und elektrifizierte Violine ist das Quartett nicht alltäglich besetzt und es eröffnet sich damit ein vielfältiges Klanguniversum. Die magische Rhythmik des Schlagzeugs und die klaren Basslinien lassen ein Geflecht von minimalistischer Durchsichtigkeit entstehen, aus dem sich auch kraftvolle Klangwände aufbauen können. Die vier Stimmen verzahnen sich in fließendem Wechsel zu einem zusammengeschweißten Ganzen.

 

Heiner Reinhardt Bassklarinette

Hansi Noack Violine, Sounds

Ralf Eckhardt E-Bass, elektronische Effekte

Manuel Noll Schlagzeug


Location

Schille - Theater
Otto-Schill-Straße
04109 Leipzig

Veranstalter

LeipJAZZig
Zum Alten Wasserwerk 8
04316 Leipzig
Tel. 0341 2610330
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